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Lesens- und Wissenswertes über Wildnispädagogik, unsere Arbeit und Erfahrungen in und mit der Natur

Januar – Zeit von Stillstand und Geduld, Kräftesammeln

Nun ist er da, der Januar, auch Wolfsmond, Eismond oder Thormonat genannt, der erste Monat im neuen Jahr. Und mit ihm all die guten Vorsätze für dieses neue Jahr, die wir in der Euphorie des Anfangs natürlich sofort und mit aller Energie umsetzen wollen!

Aber halt: blicken wir doch zunächst einmal aus dem Fenster, oder besser noch: ziehen wir die dicke Jacke an und gehen hinaus in die Natur. Wie setzt sie den Jahres-Neubeginn um?

Im Moment liegt Schnee, es herrscht seit Wochen fast ununterbrochen Dauerfrost, selbst hier im Norden, wo wir nun meist nicht so schneeverwöhnt sind. Von Aufbruch ins Neue, von prallem Leben nichts zu sehen!

Und das gehört sich auch so im Januar ;-) . Er ist der kälteste Monat im Jahr, die Natur ruht. Und liegt alles verpackt unter einer Schneedecke, dann ist es umso besser, so kann der klirrende Frost den Pflanzen in der Erde weniger anhaben.

In der Erde liegen Samen, die auf den Frühling warten, Knollen, die noch keine Blätter empor strecken, Insekten in Starre. Alles ist in einer Art Warteposition gefangen, es gibt noch keine Aufbruchstimmung. Man sagt auch: „die Natur schläft“. Ja, man könnte fast den Eindruck haben, als hörte der Winter nie auf. Dies umso mehr, je grauer und schmutziger Schnee und Landschaft werden, je öfter wir die dicken Klamotten angezogen haben, und an trüben Tagen ohne Sonne.

Doch der äußere Schein trügt, denn im Innern vollzieht sich bereits der Wandel. Samen entwickeln sich, Bärenkinder wachsen im Mutterleib heran, es finden Heilungsprozesse statt. All dies im Verborgenen, und erst, wenn es geschehen ist, kann sich das Neue auch im Außen manifestieren. Denn das Samenkorn, das zu früh keimt, wird erfrieren, das Bärenjunge, das vor seiner Zeit geboren wird, wird verhungern.

Machen wir es wie die Natur vor unserem Fenster. Ziehen wir uns zurück, schauen wir nach innen. Was ist zu Ende gegangen, was kann das Neue sein, das noch unsichtbar in der Ferne liegt, was brauchen wir ganz persönlich? Hier ist Geduld gefragt, denn die Wandlung vollzieht sich auch bei uns im Verborgenen, im Innern, und wir können nur warten, bis der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um zur Tat zu schreiten. Tauchen wir doch bewusst ein in den Zyklus von Verwandlung und Erneuerung, Werden und Vergehen, der sowieso unser Leben bestimmt.

Und so sicher und wundervoll, wie die Bäume im Frühling neue Blätter bekommen und wie auch im nächsten Sommer wieder Blumen blühen werden, wo heute Eis und Schnee den Boden bedecken, so sicher tanken auch wir wieder neue Kräfte und werden zur richtigen Zeit die Veränderungen umsetzen, das Neue anfangen, die in uns im Verborgenen gereift sind!

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